Bettina KutzerIch wurde am 17. Juli 1972 in München geboren und ging dort zur Schule. Mein Berufswunsch nahm bereits kurz nach dem Abitur, während meiner dreijährigen Ausbildung am Sprachen- und Dolmetscherinstitut München (SDI), Gestalt an: Nicht Fachtexte, nein, Literatur wollte ich übersetzen. Zeitgleich zu meinem Studium der Romanistik und Interkulturellen Germanistik an der Universität Bayreuth konnte ich ein erstes Projekt verwirklichen: Angeregt durch ein Seminar an der Uni schickte ich ein Dossier und eine Übersetzungsprobe an verschiedene Verlage und weckte das Interesse des Peter-Hammer-Verlags, für den ich „Weiße Göttin der Wangora”, das Reisetagebuch der jungen Schauspielern Meg Gehrts während ihrer Dreharbeiten in Westafrika, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte. Ebenfalls noch während des Studiums übersetzte ich für eine Theateraufführung ein Werk des togoischen Gastdozenten Sénouvo Agbota Zinsou aus dem Französischen ins Deutsche, auch dieses wurde veröffentlicht.

Weitere Erfolge und Anregungen erhoffte ich mir dann über die Teilnahme am ersten Austauschprogramm für junge Literaturübersetzer*innen im Jahr 2000. Insbesondere der Aufenthalt im Collège International des traducteurs littéraires (CITL, Arles) im wunderschönen Espace van Gogh und das Treffen mit der Autorin Maryline Desbiolles, deren Buch „Anchise“ meine Tandempartnerin und ich in Auszügen übersetzten, aber auch die Workshops und Begegnungen mit Gleichgesinnten und Profis aus der Literatur- und Übersetzungsszene inspirierten und faszinierten mich – führten jedoch nicht zu einem Einstieg in den Beruf als selbständige Übersetzerin.

Meinen Lebensunterhalt verdiene ich seit nunmehr gut zwanzig Jahren (mit Unterbrechungen für die Kindererziehung) als Referentin für Programmakkreditierung, also im Bereich der Qualitätssicherung von Bachelor- und Masterstudiengängen. Meine Begeisterung fürs Literaturübersetzen blieb jedoch ungebrochen. So gelang es mir, neben meinem Job noch einige Übersetzungsprojekte zu realisieren, unter anderem, im Auftrag des Historischen Vereins für Oberfranken, die Übertragung der „Statistique de la Province de Bayreuth“ über das Fürstentum Bayreuth in napoleonischer Zeit auf Grundlage eines Faksimiles der handschriftlichen Notizen des französischen Zivilgouverneurs Camille de Tournon , ein wirklich spannendes Projekt (siehe Werke).

Dann stieß ich auf das Weiterbildungsstudium Literarisches Übersetzen an der LMU München und mich ließ der Gedanke nicht los, auf diesem Weg noch einmal den Einstieg ins Übersetzerleben zu realisieren. Die Kinder aus dem Gröbsten raus, die Arbeit  mittlerweile ein Teilzeitjob, und so absolvierte ich diesen Studiengang (parallel zu meiner Berufstätigkeit) 2021/22 mit großer Begeisterung, pendelte regelmäßig von meinem Wohnort nahe Bayreuth nach München (oder nahm pandemiebedingt an Online-Seminaren teil) und schloss die Masterarbeit im September 2022 ab. Seither suche ich erneut nach geeigneten Übersetzungsprojekten, besuche Verlage und Buchmessen, erstelle Exposés, bewerbe mich um Stipendien und bin auf der Suche nach neuen Aufträgen.

Werdegang

Bettina Kutzer Literaturbersetzung